Ich wollte das Feuer studieren und aufgrund der Aussage des Kameraden, dass sich es bei der mobilen Anlage NUR um Gas gehandelt habe, suchte ich im Internet nach der Möglichkeit auch den Flashover in einer feststoffbefeuerten Anlage kennenzulernen. Dies gestaltete sich allerdings als äußerst schwierig, da ich noch kein Angehöriger einer Feuerwehr und gemäß FwDV 7 nicht unter Atemschutz ausgebildet war.
Fündig wurde ich schließlich bei Feurex, einer Feuerwehrschule in Bayern. Ich erzählte ihnen von meinen bisherigen Erfahrungen und bat um ein Gespräch.
Der Leiter des Unternehmens stimmte meinem Wunsch zu, aber nur unter der Voraussetzung, dass ich mir eigene Einsatzkleidung mitbringe und alles auf eigenes Risiko mache, sodass das Unternehmen komplett von der Haftung entbunden wäre. Ich stimmte zu!

Wenige Wochen später fuhr ich 2014 nach Bayern, übernachtete in einem kleinen Motel und nahm einen Tag später an einem laufenden Lehrgang des Unternehmens teil.
Der Lehrgangsleiter stellte mich kurz vor und auch ich sagte ein paar Worte zu mir. Die anwesenden Wehrleute schauten mich mit einer Mischung aus Interesse und einem Gesichtsausdruck an, der signalisierte "Du bist bekloppt" bzw. "Du hast gar keine Ahnung worauf Du Dich einlässt. Das ist gefährlich".
Der Lehrgangsleiter erklärte mir, wie ich das Atemschutzgerät zu bedienen habe, denn bisher hatte ich das in meinem Leben noch nie getragen. Zudem sagte er,
dass ich im Container ganz hinten an der Tür zu sitzen hätte, damit man mich im Zweifel schnell rausholen könne. Dann ging es los.

Nachdem ich die gesamte Zeit im Container durchgehalten und mehrere Flashover erlebt hatte, waren die anderen Wehrleute daran interessiert zu erfahren, wie es mir ergangen war. Zudem zollten sie mir alle Respekt.
Ich weiß noch wie ich sagte: "Wenn jemals wieder einer meiner Feuerartisten zu mir sagt, dass was wir mit Feuer machen, ist heiß, dann sage ich, dass diese Person gar keine Ahnung habe."
Allgemeine Erheiterung war die Reaktion. Dann nahm ich meine Urkunde in Empfang, bedankte und verabschiedete mich. Dann fuhr ich zurück nach NRW.
