Feuerwehr


Nicht nur die Faszination für das Feuer wurzelt in meiner Kindheit, sondern auch die Begeisterung für die Feuerwehr ist mir in dieser Zeit in die Wiege gelegt worden. Mein Vater war seinerzeit in einer Werkfeuerwehr und so war ich häufig im Gerätehaus, auf Feuerwehrfesten oder wurde auch mal mit dem Feuerwehrfahrzeug von der Schule abgeholt, wenn gerade eine Bewegungsfahrt anstand. Die Feuerwehr war somit fester Bestandteil meiner Kindheit.

 

Doch erst nachdem ich erwachsen und meinem persönlichen Ruf der Flammen gefolgt war und mich immer intensiver mit dieser Thematik in all seinen Facetten beschäftigte, rückte auch die Feuerwehr wieder mehr ins Zentrum meiner Betrachtung.

 

Hospitation Feuerwehr 2012
Hospitation Feuerwehr 2012

2011 trat ich schließlich eine Stelle als Sport- und Fitnesstrainer für die hauptamtlichen Kameraden der Feuer- und Rettungswache in meiner Heimatstadt an. Um die Anforderungen im Einsatz besser verstehen zu können, sprach ich viel mit den Kameraden und bat darum auch eigene Erfahrungen machen zu dürfen. So kam es dazu, dass ich im Mai 2012 auf einer 24 stündigen Dienstschicht hospitierte. Ebenso durfte ich mir eine Übung in einer mobilen und gasbefeuerte Flashover-Anlage aus nächster Nähe anschauen.

 

Darüber hinaus lernte ich schnell deren TFA-Team kennen [TFA steht für Toughest Firefighter Alive; deutsch: Härtester lebender Feuerwehrmann]. Die Gruppe nahm mich direkt mit zu einem Treppenlauf in Düsseldorf (Firefighter Skyrun). Ich hatte riesigen Respekt vor der Leistung dieser Menschen und war sofort Feuer und Flamme. Das wollte ich, nebem dem Studium des Feuers, auch machen.


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Dokumentation meiner 24 Std. Dienstschicht bei der Feuerwehr Menden
Die Feuerwehr - Helden vieler Kindheitsträume. Wie gestaltet sich der Alltag hinter den Kulissen? Dank der Kameraden der Feuerwehr Menden durfte ich dies am eigenen Leib erfahren...
Erlebnisdokumentation Hospitation FW Men
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Basierend auf den Erfahrungen in meiner Heimatstadt, schloss ich mich 2014 nach einem beruflichen Umzug ins Ruhrgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Recklinghausen an. Die Ausbildung und auch der aktive Dienst danach machten mir große Freude. Als Atemschutzgeräteträger wurde ich immer wieder auch im Innenangriff eingesetzt und kam dem Element näher als jedem Normalbürger lieb wäre.

Parallel zum Einsatzdienst nahm ich zunächst gemeinsam mit Kameraden des TFA-Teams aus Menden an Treppen- und Ausdauerläufen teil. Später lernte ich bei meinem Training an der Treppe der Halde Hoheward durch Zufall einen Kameraden einer benachbarten Feuerwehr der Stadt Herne kennen. Er war Mitglied im TFA-Team Herne und durch diesen Kontakt schloss ich mich auch der Herner Gruppe an. Nun trainierte ich gemeinsam mit den Kameraden aus Herne (Wanne-Eickel). Ob Treppen- oder Ausdauerläufe - Wir waren gerne mit dabei und obwohl es stets anstrengend war, war es ein geiles Gefühl. Ein ganz besonderer Dank gilt meinen beiden Mentoren im Feuerwehrsport A. Stüken und D. Hölken!!

 

Zwar bin ich aktuell kein Mitglied einer Feuerwehr, aber die Feuerwehr-Fitness möchte ich mir erhalten. Darüber hinaus bin ich für die Erfahrungen, die ich damals sammeln durfte, sehr dankbar, denn sie alle tragen zur Erhöhung meiner Feuerkompetenz bei.

 

Eine ganz besondere Erfahrung war der Lehrgang "Innenbrandbekämpfung unter erschwerten Bedingungen im unterirdischen Brandtunnel inkl. Extramodul Strahlrohrtraining und Flash-Over-Training" bei der DMT - Zentrum für Brand- und Explosionsschutz, Dortmund.

 

Strahlrohrtraining im unterirdischen Brandtunnel


Dunkler schwarzer Rauch quoll aus dem Container über den der Zugang zum unterirdischen Brandtunnel erfolgte. Ein letzter Check des Luftvorrats mit Rückmeldung an die Atemschutzüberwachung. 300 bar – der Druck war in Ordnung. Nachdem wir angeschlossen hatten, stiegen wir ein in diese Nebelsuppe, um die Treppe nach unten zu suchen. Nur einen Meter später war es schwarz. Die Sicht gleich Null. Langsam tasteten wir uns vorwärts und stiegen dann die Treppe hinab.

 

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Unterirdischer Brandtunnel (DMT, Dortmund)

Wir gingen in einem Trupp von drei Mann vor und blieben stets dicht beieinander. Plötzlich kamen wir an eine Tür, die wir vorsichtig öffneten. Auch dahinter das gewohnte Bild. Eine schwarze Finsternis, welche die Hand selbst 10 cm vor dem eigenen Auge nicht würde erkennen lassen. Allerdings wurde es zunehmend wärmer. Wir näherten uns also langsam dem Feuer. Verriet uns die Wärme, dass wir noch ein paar Meter zu gehen hatten, konnten wir das Tosen der Flammen so laut hören, als wären wir unmittelbar davor. Ein bizarres Gefühl machte sich in mir breit, aber ich freute mich darauf, dem Feuer gleich zu begegnen.

 

Dann ein Funkspruch mit der Aufforderung unseren Luftdruck mitzuteilen. Anschließend rückten wir weiter vor und es wurde immer wärmer und heißer. Nachdem wir linker Hand um eine Ecke bogen, war die Sicht plötzlich klar. Wir hatten die Brennkammer erreicht. Meterhoch loderten die Flammen zur Decke und die Hitze war jetzt extrem. Es war, als wären wir in der Hölle angekommen. Das Gefühl und den Anblick der Flammen in diesem Moment werde ich nie vergessen.

 

Nun trainierten wir unsere Strahlrohrtechniken bevor wir wenige Minuten später den Tunnel wieder verlassen mussten, da unser Luftvorrat zur Neige ging. Draußen angekommen legten wir die Atemschutzgeräte ab. Die Welt da unten im Brandtunnel war eine andere. Wie sich später in realen Einsätzen herausstellte, eine Übung, die perfekt auf den Ernstfall vorbereitete. Die Kulisse und Geräusche im Brandtunnel bzw. beim Innenangriff sind extrem beeindruckend. Niemand, der so etwas nicht selbst erlebt hat, wird dies jedoch verstehen können.

 

Feuerwehr-Fitness:


Was ist Feuerwehr-Fitness?

Darunter verstehe ich ein hocheffizientes Ganzkörpertraining mit dem Schwerpunkt "Feuerwehr", welches die Komponenten Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit umfasst. Die vorgenannten Komponenten können je nach Bedarf ausgestaltet werden (z. B. in Form von Laufen oder Radfahren in Einsatzkleidung mit PA, dem Leitersteigen oder anderen feuerwehrtypischen Bewegungs- und Handlungsabläufen). Auch feuerwehrtaktische Elemente können den Inhalt einer Feuerwehr-Fitness-Einheit bilden.

 

Warum Feuerwehr-Fitness?

Der Körper von Feuerwehrleuten wird im Einsatz durch die unterschiedlichen Szenarien stark gefordert und belastet. Es gibt unzählig viele Einsatzszenarien, denen sich die Feuerwehr stellen muss:

Wettbewerb, Feuerwehr, Fitness, Atemschutz
Firefighter Treppenlauf (Wettbewerb)
  • Brandbekämpfung
  • Verkehrsunfälle
  • umgestürzte Bäume
  • Chemikalieneinsätze
  • Stromunfälle
  • etc. pp.

Da wo alle weglaufen, muss die Feuerwehr hin!

 

Die Belastung ist groß, denn die Ausrüstung wiegt ca. 20-25 kg. Hinzu kommt das Gewicht des Materials (ein Schaummittelkanister wiegt bspw. etwa 20 kg und im Einsatzfall schleppt man auch schnell mal mit jeder Hand einen und das ggf. mehrfach, wenn eine größere Menge benötigt wird). Nicht unterschätzen darf man auch äußere Einflüsse wie Hitze, Kälte, Zeitdruck und der Stress, wenn Menschen um Hilfe rufen etc.

 

Ja, so ein Feuerwehrmann (und natürlich auch jede Feuerwehrfrau) muss einiges leisten und sollte daher fit sein. Das Training der Feuerwehr-Fitness hilft dabei und daher stellt diese Methode für mich einen besonderen Anreiz dar. Es ist anstrengend, herausfordernd und macht gleichzeitig Spaß, denn Feuerwehr bedeutet auch Gemeinschaft und Zusammenarbeit im Team. Und was für Feuerwehrmenschen gut ist, kann auch für jeden anderen Sportler ein hocheffizientes Fitnesstraining sein...